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Talgdrüsen sind Hautdrüsen die eine fettige Flüssigkeit bilden, um die Oberfläche zu “schmieren”, zu schützen und zu pflegen. Talgdrüsen gibt es überall auf der Haut und einige besondere Formen auch an den Lidern. Man unterscheidet 2 verschiedene Formen der Lidrandentzündung: 1.) Durch eine Infektion mit Bakterien bedingt: Eine Infektion der zu den Wimpern gehörenden Talgdrüsen mit bestimmten Bakterien führt zu einer Krustenbildung. 2.) Eine anlagebedingte Funktionsstörung der Talgdrüsen der Lidkante: Hier kommt es unter bestimm- ten Bedingungen zu einer Veränderung der Talgdrüsenflüssigkeit, zu Verstopfung der Drüsen und zur Schup- penbildung. Insbesondere Rotblonde neigen dazu. Auslösend wirken Rauch, Magen-/Darmstörungen, nicht korrigierte Weitsichtigkeit, Staub etc. Wie sind die Beschwerden ?Bei Typ 1 finden sich kleine Krüstchen um die Wimpernansätze und die Lidränder sind gerötet, geschwol- len und mit kleinen Krusten bedeckt. Entfernt man diese sieht man kleine Hautgeschwüre. Es kann lang- fristig zum Ausfallen der Wimpern (Madarosis), Fehlstellungen und Scheuern der schief gewachsenen Wim- pern (Trichiasis, siehe auch unter Entropium) an der Augen kommen. Häufig entwickeln sich Gersten- körner. Bei Typ 2 spürt man ein Jucken, Brennen und Müdigkeitsgefühl der Augen. Man sieht auch hier eine Rötung und Schwellung der Lider, die mit weißlichen Schuppen bedeckt sind. Die Wimpern fallen leicht aus (Mada- rosis), an der Lidkante bilden sich kleine Talgpfropfen auf den Ausführungsgängen der Drüsen (man sieht im Spiegel kleine gelbe Knötchen auf der Lidkante). Es entsteht häufig zusätzlich ein trockenes Auge. Wie wird behandelt ?Bei Typ 1 ist die Behandlung unproblematischer und erfolgversprechender. Man gibt antibiotische Augen- salben und wenn dies nicht reicht, antibiotische Tabletten dazu. Dann ist das Problem meist in wenigen Wochen erledigt. Bei Typ 2 ist eine dauerhafte Heilung nicht möglich. Rückfälle kommen vor und müssen erneut behandelt werden. Es ist aber zumindest eine starke Linderung erzielbar. Zunächst müssen die Krusten unter denen die Entzündung fortdauert mit sogenannter “Lidrandhygiene” entfernt werden. Man macht sehr warme feuchte Kompressen (kein Kamillentee, wirkt häufig allergisierend) und entfernt die Schuppen mechanisch. Geschickte nehmen den Fingernagel dafür. Gut eignen sich auch Wattestäbchen, die man vorher in einen Becher mit lauwarmem Wasser und Babyshampoo (ist seifig aber brennt nicht in den Augen) getaucht hat. Ergänzend werden Augensalben und evt. Antibiotika gegeben. Wie dringend ist die Behandlung ?Sehr, da bei längerem Verlauf (viele Patienten kommen erst nach Jahren, vor allem bei Typ 2) immer mehr Lidrandveränderungen entstehen, die nicht mehr “repariert” werden können. Das in der Folge entstehende trockene Auge ist dann schon chronisch. (Stand 10.11.2009) |